Leben

Jahresrückblick 2020

„Holy Moly, what a year“. Anders kann ich es gar nicht ausdrücken. Und ich glaube, so geht es uns allen. 2020 wird in die Geschichte eingehen. Als das Jahr für den Start einer Pandemie, die unser aller Leben mehr oder weniger verändert hat.

Ich bin ehrlich zu euch, ich glaube für mich war das Jahr das lehrreichste, das ich bisher erleben durfte. Gestern sagte ich zu meiner Mama: „Weißt du, warum ich auf dieses Jahr mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurückblicke? Weil ich so stolz auf mich bin.“ Dieses Jahr war das erste Jahr, in dem ich es geschafft habe, die Balance zu halten. Nicht in ein tiefes Loch zu fallen. Wo ich doch in den letzten Jahren so viel mit meinem Körper und meinem Kopf zu kämpfen hatte. Ein Kampf, der nicht zu gewinnen war, solange ich es als Kampf angesehen hatte. Erst als ich verstand, dass ich in mir drin etwas ändern muss, habe ich es als das gesehen was es war, ein längst überfälliger Weckruf.

Irgendwie ist es mir, obwohl 2020 das härteste Jahr meines Lebens war, immer gelungen weiterzumachen. Positiv zu bleiben. Mich nicht zu verkriechen. Sondern zu handeln. Zu tun was nötig ist, um meinen Traum aufrecht zu erhalten. Noch nie habe ich so einen Kampfgeist entwickeln können, wie 2020. Ich habe hart gekämpft, mit all der Energie, die ich aufbringen konnte. Bin mehrmals gestolpert, ein paar Mal ziemlich hingefallen und hab trotzdem nicht aufgegeben. Ich bin über mich selbst hinausgewachsen. Ja man könnte sagen, ich bin durch das letzte Jahr sehr erwachsen geworden. Noch nie war ich mit so vielen Problemen und Hindernissen konfrontiert, wie dieses Jahr. Und vielleicht bin ich vor allem deswegen so stolz auf mich, weil ich die volle Verantwortung für mich, meine Gedanken und Gefühle, mein Handeln und allgemein, für mein Leben übernommen habe.

Und obwohl dieses Jahr wirklich unter einem schlechten Stern stand, so habe ich einige meiner Träume erfüllen können. Was habe ich mich gefreut (okay eventuell bin ich singend und tanzend wie eine Verrückte durchs Café gehüpft, als ich gefragt wurde) über den Artikel im I AM Magazin im April. Was folgte waren ein paar wirklich intensive Wochen, mit tollen Momenten. Der Morning Cup of Inspiration war zum Beispiel eines meiner Highlights dieses Jahr. Es hat mir so viel Spaß gemacht, mit all den tollen Menschen über so wichtige Themen wie psychische Gesundheit, persönliches Wachstum und Krisenmanagement zu sprechen.

 

Ich im I AM Magazin. Ein Magazin, welches in ganz Deutschland erhältlich ist.
Zettelbrett im Café kurz nach dem ersten Lockdown

Doch nicht alles war ständig nur positiv. Natürlich hatte ich genauso Geldsorgen, wie alle anderen auch. Was wenn mir das Geld ausgeht? Mir wurde bewusst, dass ich mir tunlichst was ausdenken sollte, damit ich nicht alles auf eine Karte setzen muss. Ich wollte mehrere Karten in meinem Deck, mehrere Pläne für alle Eventualitäten. Und die hatte ich dann auch recht schnell. Ich glaube das ist eine Gabe, die ich von meinem Opa habe. Zumindest hat er uns, so hart er war, immer gelehrt weit voraus zu blicken.

Und so entstand die Idee zu Oh happy Notes. Mir war wichtig, dass ich ein Produkt rausbringe, welches mehrere Säulen meines Konzepts bedient und obendrein noch eine neue Säule hervorbringt. Den Onlineshop.

OhN ist ein Notizbuch ohne Eile, persönlich und individuell gestaltbar. Denn nichts liegt mir mehr am Herzen, als das jeder selbst entscheiden darf, was ihm wichtig ist. Es ist quasi ein Stück weit ein Journal, dass dabei helfen kann die eigene Richtung für sich zu finden. Aus Träumen mehr zu machen. Das eigene Leben klarer zu sehen.

Und so stürzte ich mich in die Arbeit für Oh happy Notes. Fand eine Druckerei und lernte Sarah kennen, dir mich ein Stück auf dem Weg begleitete. Auch wenn sich am Ende unsere Wege wieder trennten, möchte ich die Erfahrung und die Monate nicht missen. Nicht alles hat immer ein Happy End, doch trotzdem hat mir diese Begegnung die Erkenntnis geschenkt, dass das Leben immer einen eigenen Plan hat. Wir können damit hadern, uns ständig fragen, warum uns so etwas passiert, oder nach vorne Blicken und es als nichts anderes sehen, als es ist: Ein Abschnitt, der uns lediglich die richtige Richtung auf unserem Lebensweg zeigt, welcher ohnehin bereits vorgezeichnet ist. Das Akzeptieren und das Annehmen der Situation, in der wir uns gerade befinden, ist wohl eine der wichtigsten Fähigkeiten, die wir im Laufe unseres Lebens erlernen müssen.

Als das Oh happy Café schlussendlich wieder die Türen öffnen durfte, war es erstmal komisch, doch im gleichen Moment habe ich gefühlt, wie sehr mir das alles gefehlt hat: Der Duft von frischem Kaffee, die gemütlichen Sessel und vor allem die Menschen, die diesen Ort so besonders machen.

Im Sommer kamen immer mehr Gäste ins Café und ich war überwältigt. Ich war immer überzeugt von meinem Konzept, doch war ich mir sehr unsicher, was Corona mit diesem Teil meines Traums anstellen würde.

Es vergingen ein paar tolle Monate, in dem man fast wieder das Gefühl von „Normalität“ hatte. Wobei ich sagen muss, dass ich hoffe, dass sich durch Corona einiges verändern wird. Vielleicht haben wir nach wie vor nicht alle verstanden, wie wichtig Nächstenliebe ist. Doch zu mindestens hoffe ich, dass die Monate der Einsamkeit uns alle bewegt haben, uns einmal mit uns selbst zu beschäftigen. Genau hinzusehen, was da ist und was da vielleicht sein könnte. Ich bin überzeugt, dass wenn wir alle mit uns selbst im reinen wären, wir die Probleme der Welt auch zu lösen bekommen wüssten.

Schlussendlich, als der zweite Lockdown kam, war ich vorbereitet. Nach dem erfolgreichen Crowdfunding von Oh happy Notes, war ich voller Tatendrang den Onlineshop an den Start zu bringen. Der Waffelstand vom Café war ein riesiger Erfolg und ich bin immer noch sprachlos, wieviele Menschen gekommen sind, um sich unsere Waffeln schmecken zu lassen und uns damit zu unterstützen. Dann kam noch eines meiner schönsten Highlights dieses Jahr: Ich wurde von 95.5 Charivari zu einem Podcast Interview eingeladen. Ich freue mich schon sehr, dieses Gespräch mit Susanne, Anfang des neuen Jahres mit euch teilen zu dürfen.

Doch nur weil ich vorbereitet war, muss das nicht heißen, dass alles glatt gelaufen ist.

Ich bin jetzt mal wirklich ehrlich und teile hier einen Gedanken mit euch, den ich die letzten Wochen für mich behalten habe.

Ich bin ziemlich wütend. Die meiste Zeit gelingt es mir, positiv zu bleiben, aber nachdem ich dieses Jahr wirklich alles mitgemacht habe, mich nie beschwert habe, ist es an der Zeit jetzt mal eines klar zu sagen:

Ich finde es so ungemein unverantwortlich von der Regierung, wie mit all denen umgegangen wird, die durch den zweiten Lockdown quasi über Nacht mal wieder kein, oder kaum Einkommen hatten. Ich habe keine Ahnung, wie es anderen dabei geht, aber ich persönlich habe bis heute nur einen Bruchteil an Hilfe erhalten, die uns der Staat so schön „schnell“ versprochen hatte. Und nein, dieses Mal hat niemand mehr von uns dieses Polster, das so einfach aufzufangen. Natürlich habe ich mir dann etwas überlegt und auch einen Weg gefunden, aber auf die Hilfe warten wir sicherlich noch weit bis ins neue Jahr hinein. Und mir lediglich zu schreiben: „Für den Fall, dass sie insolvent gehen, schreiben Sie uns unverzüglich, damit wir nicht mehr zahlen müssen“ war nicht unbedingt der menschlichste Akt, den die Regierung da begangen hat. Mag sein, dass es notwendig war nach all den Betrügern im März, aber dafür können ja wir nichts. Ich bin keine von denen, die ständig nur am Meckern ist, aber ich habe auch nicht vor, weiter meinen Mund zu halten. Denn es mag andere geben, die nicht die Möglichkeiten gehabt haben, wie ich und jeden Tag um diese Hilfe bangen, deren Existenz genauso davon abhängt. Die keine schönen Weihnachten hatten und sicherlich nun auch keinen „guten Rutsch“ haben werden, weil sie nicht wissen, wie sie die nächste Miete, die nächste Rechnung, oder ihre Mitarbeiter bezahlen sollen. Fakt ist, seit November sind wir ganz klar nicht mehr „relevant“ genug, falls wir das je waren, doch ich frage mich Eines: Wie viel Mitgefühl und Menschlichkeit bleiben uns nach Corona, wenn wir so viele Menschen fallen lassen, nur weil wir glauben, dass wir Herr der Lage sind und versuchen zu retten, was zu retten ist? Und wer entscheidet, wer gerettet werden muss und wer warten kann? Versteht mich nicht falsch, ich bin kein Verschwörungstheoretiker, noch zweifele ich daran, dass der Lockdown nicht nötig war. Doch trotzdem frage ich mich eben, wie es sein kann, dass so viele Menschen fast 3 Monate sich selbst überlassen werden, um dann am Ende zu sagen, na aber wir haben ja schlussendlich doch allen geholfen.

Nun ja, egal wie es ist und wie 2021 wird, dieses Jahr habe ich noch eine ganz wichtige Sache gelernt:

Ich habe meine eigene Stimme entwickelt. Ich glaube am Anfang habe ich mich noch viel daran orientiert, was andere machen. Und das ist wichtig. Es sind wie Mentoren, die dir beibringen, was du wissen musst. Doch schlussendlich musste ich für mich herausfinden, was ich weitergeben möchte und vor allem wie ich das tun will.

2021 wird das Jahr in dem ich meine Stimme erhebe, mit euch teilen werde, was mich nicht loslässt, und zwar so transparent wie nie. Ich möchte mehr über die Themen sprechen, die mich auch privat beschäftigen. Ich werde meinen manchmal schrägen Humor mehr miteinfließen lassen und mein Hauptaugenmerk auf das Thema Self-Empowerment richten. Denn alles was damit zu tun hat, hat viel Einfluss auf das Erreichen und Verwirklichen der eigenen Träume. Und ich glaube, ich habe eine Menge wichtiger Impulse, die ich an euch weitergeben kann.

Ich blicke dem neuen Jahr mit viel Zuversicht entgegen, und freue mich auf jeden einzelnen Tag, an dem ich meine Ziele und Träume für 2021 erreiche. Wie immer habe ich mir viel vorgenommen, doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Habe ich mal gehört.

Ich freue mich sehr auf diese Reise, die uns 2021 gemeinsam bevorsteht und wünsche euch nun vor allem folgendes: Die Kraft, Frieden mit dem Jahr 2020 schließen zu können, die Liebe zu euch selbst, damit ihr einen wundervollen Übergang ins Jahr 2021 verbringen könnt und grenzenlosen Mut, euch all den spannenden Herausforderungen, die im neuen Jahr auf euch warten, zu stellen.  

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