Leben

Was ich aus den letzten Monaten gelernt habe.

Wer hätte das gedacht. Das Jahr 2020 verläuft so ganz anders, als wir uns das alle vorgestellt haben. Wir haben vieles geplant, uns einiges erhofft, Urlaube gebucht, uns auf viele große Feiern gefreut und nichts davon werden wir dieses Jahr erleben. Zumindest nicht so, wie wir gedacht haben. Ich habe auch mit einem unglaublichen Jahr 2020 gerechnet, sicherlich aber nicht mit einer Pandemie, die mich dazu zwingt, mein Café zu schließen. Damit rechnet man so einfach nicht. Niemand schaut beim Jahreswechsel in den Sternenhimmel und träumt von einem Virus, der alles lahmlegt. Corona steht in keinem Businessplan eines Unternehmens und sicherlich auch in keinem anderen Plan von uns allen. Und doch, plötzlich war alles anders.

So musste ich also nach einem halben Jahr meine Vision von einem Wohlfühlort, der andere dazu inspiriert für ihre Träume loszugehen, auf Eis legen. Ganze zwei Monate. Das viele von uns damit in finanzielle Not geraten sind, muss ich denk ich nicht mehr erwähnen, doch gibt es nicht auch Positives an dieser ganzen Situation? Ich glaube, es ist, wie immer, eine Frage des Blickwinkels.

Ich für meinen Teil habe trotz all dem viel aus den letzten zwei Monaten gelernt. Ich habe gelacht und geliebt, mir einige Träume erfüllt und bin jetzt bereiter denn je. Veränderung und Krisensituationen sind nie schön, doch lehren sie uns doch vor allem eines: Es ist immer möglich, an einer Erfahrung zu wachsen.

Um ehrlich zu sein, ich war selbst von mir überrascht, wie ich mit Corona und meiner Zeit zuhause umgegangen bin. Klar, ich habe die letzten 1,5 Jahre so gut wie immer außerhalb meiner Komfortzone gelebt und gearbeitet. Jedoch war mein Traum dabei noch nie so sehr in Gefahr, wie die letzten zwei Monate. Früher wäre ich wohl erstarrt und hätte den Kopf in den Sand gesteckt, aber diesmal, ja diesmal war es anders. Und das macht mich stolz und dankbar. Auf meine eigene Entwicklung und den Fortschritt, den ich unweigerlich gemacht habe. 

 
Was sind also meine Erkenntnisse durch Corona?

Es gibt zwei Wege, wie du mit schwierigen Herausforderungen umgehen kannst. Entweder du versteckst dich und hoffst, dass die Zeit schon irgendwann vorbei gehen wird. Oder du entscheidest dich bewusst für das Gegenteil. Nimmst die Herausforderung an und machst das Beste aus der Situation. Denn eins weiß ich genau: Egal wie schwierig die Erfahrung auch sein mag, du bist jederzeit in der Lage zu kämpfen und den Kopf über Wasser zu halten. Wenn du an dich und deine Stärke glaubst, wirst du immer einen Weg finden. Manchmal liegt der Weg im Nebel und du weißt nicht so recht, wo es hingehen wird, aber ankommen, ja ankommen wirst du immer. Egal wie. Solange du dir selbst treu bleibst und dir und deinem Weg vertraust.

Eine Sache ist mir aufgefallen, die mich sehr bestürzt hat. Ich habe bewusst bisher nicht darüber gesprochen, weil ich niemanden mit meiner Meinung beeinflussen möchte, oder ändern. Ich glaube aber es ist wichtig und ich möchte es heute mit dir teilen. Falls du ähnlich denkst, freu ich mich darüber, falls nicht, dann ist das auch in Ordnung. Wir alle haben das Recht eine eigene Meinung zu haben und diese sollte niemand mit Hass an den Pranger stellen. Die Lage ist ernst und mit Sicherheit ist es eine Herausforderung, die sich niemand bisher hat stellen müssen. Dementsprechend gibt es keinen vorgefertigten Fahrplan, der bis ins kleinste Detail ausgearbeitet ist und definitiv, selbst wenn das so wäre, gäbe es immer jemanden, dem das nicht passt. Aber sich über die derzeitige Lage zu beschweren wird einem nicht weiterhelfen. Ich habe so oft mitbekommen, wie andere sich über Hilfe, oder fehlende Hilfe beschweren. Über Regeln, oder fehlende Regeln. Ich war erschrocken, als ich teilweise Diskussionen las, die mit so viel Hass und Ärger gefüllt waren, dass mir die Knie gezittert haben. Ich war schockiert und dass ein oder andere Mal auch selbst betroffen. ABER: Niemand hat das Recht jemanden anzugreifen, weil er eine andere Meinung vertritt, oder an eine Aufgabe und Situation anders heran geht, als es in den eigenen Augen vielleicht wünschenswert wäre. Ellenlange Diskussionen darüber, was andere besser machen könnten. Versteh mich nicht falsch, ich glaube sehr wohl, dass der Dialog und der Austausch wichtig sind, doch dabei sollte es darum gehen, wie man etwas gemeinsam verändern kann und nicht darum, was andere alles falsch machen. Meiner Meinung nach, gibt es derzeit nicht den einen, richtigen Weg. Im Umgang mit Corona wird niemand alles perfekt machen können. Weder eine Regierung noch irgendwer sonst. Jeder befindet sich in einer anderen Situation, aber wir sitzen alle im selben Boot. Und eins weiß ich genau: Hass und Angst senkt unsere Energie. Energie, die anderswo vielleicht helfen könnte. Die Kraft, die mit Diskussionen und Klagen über die Situation verschwendet wird, kann besser genutzt werden. Diese Kraft können wir verwenden, um zu überlegen, wie wir das Beste aus dieser Situation machen können. Damit wir mit unserem Boot bald wieder das Ufer erreichen. Wir erreichen aber kein Ufer, wenn alle versuchen in verschiedene Richtungen zu paddeln, nur weil sie glauben, dass es besser für sie selbst ist.

Ja Corona ist keine Pandemie, die schön geredet werden darf. Es sind viele Menschen gestorben und es ist einiges an Leid entstanden. Das ist ein Grund, um immer wieder innezuhalten und dankbar zu sein, dass es seinen Liebsten uns einem selbst gut geht. Sei mit den Gedanken bei denjenigen, denen es nicht so gut geht. Trotzdem, oder gerade, weil, glaube ich jedoch fest daran, dass Corona uns eine Chance gibt, die Welt und das Miteinander nachhaltig zu verändern. Es zeigt, dass Nächstenliebe unsere Welt bunter macht. Dass wenn wir mehr auf unsere Erde und auf alle Lebewesen achten, unglaublich schöne Dinge passieren. Tiere kehren zurück, die lange nicht mehr gesehen wurden. Unsere Luft ist reiner geworden, die Umweltverschmutzung hat abgenommen. Menschen helfen sich gegenseitig, ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen. Ich selbst habe das Gefühl, dass wir uns gegenseitig guttun wollen. Und das finde ich unglaublich schön. Ich will und werde dafür einstehen, dass wir all diese schönen Ereignisse nicht vergessen, wenn uns die Normalität wieder einholt. Das wir anfangen unsere Träume zu leben und Liebe in der Welt verbreiten. Corona gibt uns die Chance auf Veränderung. Werden wir diese Veränderung nutzen? Ich hoffe und glaube daran.

Die letzten zwei Monate waren sehr aufregend für mich. Denn was mir Corona geschenkt hat, ist Zeit. Und diese Zeit habe ich genutzt. Allem voran, um in mich hinein zu horchen. Wo will ich jetzt hin? Was ist das nächste, große Ziel? Wie kann ich meine Vision weiterentwickeln? Ich glaube es immer wichtig, ein Ziel vor Augen zu haben und wenn man seinen Traum verwirklicht hat, dann ist das ja noch nicht das Ende, sondern der Anfang von einem neuen Traum. Die Zeit, die mir geschenkt wurde, habe ich damit verbracht, an einer neuen, noch größeren Vision zu feilen. Und so ist es jetzt mein Ziel, ein eigenes Produkt auf den Markt zu bringen. Einige von euch haben schon erraten, worum es sich bei dem neuen Produkt handelt. Ich verrat nur so viel: Es wird bunt. Es wird einzigartig, persönlich und individuell. Etwas, dass du überall mit hinnehmen kannst und dir die Möglichkeit gibt, dich selbst besser kennen zu lernen. Dich zu fokussieren und deine Entwicklung festzuhalten. Na? Schon eine Idee worum 

es sich handelt? Keine Sorge, ich werde es bald erzählen, denn falls du’s noch nicht weißt: Ich bin unglaublich schlecht darin, meine Überraschungen für mich zu behalten. Ich teile meine Ideen einfach zu gerne.

Ja Corona hat mir Zeit für neue Projekte gegeben und für noch etwas anderes. Ich hatte viel mehr Zeit, um mich zu 

unterhalten. Einfach nur gute und vor allem lange Gespräche zu führen. Wenn man sich nicht mehr sehen darf, dann me

rkt man erst, wie wichtig einen der Kontakt zu seinen Liebsten eigentlich ist. Ich habe festgestellt, wie traurig es sein kann, wenn man sich nicht mehr umarmen darf. Wie groß der Wunsch nach Nähe eigentlich in uns ist.Deshalb ja, lasst uns wieder mehr darauf besinnen, was wirklich zählt. Die Liebe und Nähe zu anderen Menschen. Die Wärme einer Umarmung, die unser Herz leuchten lässt. Manchmal lernt man erst, wie wichtig etwas für einen ist, wenn man es nicht mehr hat. Das Gute? Es wird eine Zeit nach Corona geben, in der wir mehr Liebe verbreiten können, als je zuvor. Und irgendwie klingt das doch nach einer Zukunft, auf die es sich gerne hinarbeiten lässt, oder?

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