be unique

Teil 2 von 3

Zumindest begann ich mich ab diesem Zeitpunkt für Persönlichkeitsentwicklung zu interessieren. Währenddessen hatte ich auch bereits mein Studium begonnen. Und auch wenn ich heute nicht nochmal Wirtschaft und Psychologie studieren würde, nahm ich zumindest eine Menge mit, was die Psychologie eines Menschen betrifft. Etwas, was mir bis heute sehr viel geholfen hat.

Du fragst dich jetzt bestimmt, warum holt sie soweit aus?

Nun, weil meine Geschichte mir selbst der beste Lehrer war. Nur weil ich angefangen hab zu verstehen was passiert ist, bin ich heute hier.

Und das ist tatsächlich ernster gemeint, als es sich anhört.

Wie bereits erwähnt änderte ich meine Richtung nach 2017 nicht wirklich. Und so lebte ich eben fortan mit einer chronischen Krankheit, die mir das Leben mehr als schwer machte. Glaub mir, ständig das Gefühl zu haben, innerlich zu explodieren und äußerlich auch so auszusehen, war mehr als unangenehm. Aber es vergingen nochmal 2 Jahre. Es gab gute Zeiten und es gab unglaublich Beschissene (sorry für die Wortwahl).

Bis zum Jahreswechsel 18/19, als mein Körper und meine Seele einen Schlussstrich zogen. Und das im wahrsten Sinn des Wortes. Zack, es ging nichts mehr. Ich kam nicht mehr aus dem Bett, heulte bei jedem Wort, das man an mich richtete. Es ging soweit, dass ich mich panisch selbst einwies. Meine Worte damals und ich finde, die sind sehr bezeichnend : „ Ich vertraue mir selbst nicht mehr. Ich will nicht allein sein, denn dann weiß ich nicht was passiert“.

Wahnsinn oder?

Weißt du was auch sehr interessant wahr? Das niemand in meinem Freundeskreis, in meinem Job oder selbst in meiner Familie jemals für möglich gehalten hat, dass es mir so schlecht geht. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich eine Meisterin im Mauern aufbauen und Masken aufsetzen. Ich erinnere mich noch an ein Gespräch mit meinem Papa. Ich weiß noch den Ausdruck in seinen Augen als wir beide merkten, dass er garnicht die Chance gehabt hatte mir zu helfen. Und es brach uns beiden das Herz, denn die Einzige, die sich in diesem Moment helfen konnte, war ich selbst.

So saß ich also da, allein an einem Tisch in dieser Klinik. Um mich herum meine Malsachen, Klassikmusik im Ohr und malte. Ich malte und verstand die Welt nicht mehr. Was war passiert? Was zum Teufel war da passiert? Was hatte ich falsch gemacht?

Dann gab es da diesen einen Moment, der alles veränderte.

Ich weiß noch wie ich beim Essen saß. Es gab Suppe. Ich wollte den Löffel zum Mund führen, doch es ging nicht. Ich schaffte es nicht meine Hand zu bewegen. Ich zitterte so sehr, dass ich den Löffel nicht zum Mund bekam. Also legte ich ihn wieder ab und starrte in meine Suppe. In diesem Moment kam es mir vor, als würde ich über mir schweben. Als hätte ich mich von meinem Körper gelöst, um mich von oben zu betrachten. Ich sage dir, so etwas habe ich noch nie erlebt. Ich hab länger gebraucht um zu verstehen, was da eigentlich passiert ist. Ich schwebte also über mir und schaute auf mich herab. Ich weiß noch wie ich dachte.  „Das Solls gewesen sein? Das ist also dein Leben ab sofort? Ein Wechsel zwischen Klinikaufenthalten und zuhause über Wasser halten? Ist es das, was du für dein Leben willst? Ist es das, wovon du deinen Enkelkindern erzählen möchtest? Ist es das, worauf du mit 90 Jahren dann zurück blicken kannst?“ Und in diesem Moment, da kehrte mein Kampfgeist zurück.

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